Haute Cuisine

08.03.2011

Unsere Zelte sind jetzt im Basislager des Island Peak auf rund 5.100 Meter ueber Meeresniveau aufgeschlagen. Tsandra, der mich sicher ueber den Renji Pass gleitetet hat, steht jetzt in der Kueche.

Alles sieht hier irgendwie archaisch und improvisiert aus, fuehrt aber zu unglaublichen kulinarischen Hoehenfluegen. Der Herd besteht aus zwei antiquarischen Benzinbrennern, die in zwei leere Blechdosen eingepasst wurden. Auf diesen zischenden und fauchenden Ungetuemen steht ein Druckkochtopf, der es durch keinen TUEV mehr schaffen wuerde, in dem er aber den koestlichen Reis zum nepalesischen Nationalgericht Dahl Bat zaubert.

Fuer alle technisch interessierten: Bei diesem Geraet wird der leicht ovale Deckel in den Topf geschoben und die beiden Griffe ueber ein Widerlager verspannt. Gehalten wird das ganze durch einen Drahtring und als Sicherheitsventil dient ein kleines Gewicht, das auf einer Auslassoeffnung sitzt.

Da auf 5.000 Meter Seehoehe der Luftdruck deutlich geringer ist, notorischen Googlern, oder Wikipedianern sei es unbenommen den genauen Wert nachzuschlagen, ist der Einsatz eines Druckkochtopfs in solchen Hoehen unumgaenglich.

Beginnt der Topf zischend Dampf abzulassen, dann genuegt ein kurzes Schnuppern am ausstroemenden Wasserdampf und der versierte Chef weiss, wann der Reis gar ist.

Sein wahre Faszination entfacht die kleine Zeltkueche aber, wenn Tsandra all die exotischen Gewuerze in der gusseisenen Pfanne anzubraten beginnt. Dann sitzt er auf seinen beiden Wuerstchendosen, mischt Kreuzkuemmel mit Knoblauch und Kurkuma mit unzaehligen Pasten und Gewuerzen aus den vielen unbeschrifteten Plastiksaeckchen.

Virtuos jongliert er vier Toepfe auf zwei Flammen, bei denen es nur eine Leistungsstufe gibt: Vollgas.

Nach nicht einmal einer Stunde gibt es dann: Tomatensuppe mit Knoblauch und Ingwer, Dahl Bat: Himalajareis mit Kartoffelcurry und Linsensuppe und als Nachspeise, warme Mangoscheiben mit Zuckersirup.

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3 Antworten zu Haute Cuisine

  1. Tom Walek schreibt:

    Herrlich Dein Blog Heinz!! Dank Deiner so bildhaften Schilderungen, sehe ich den Kocher und den dampfenden Topf direkt vor mir!!!! Bin beruhigt, dass Du keine Suppendiät a la Südpol machen musst. Lg aus Vienna Tom

  2. Klaus Samay schreibt:

    Servus Heinz – sehr beeindruckend, das alles !! Sicher: Es is nicht ´grad „Jugend trainiert für Olympia“, aber mach rot-weiß-rot trotzdem weiter alle Ehre…
    Wenn du zurück bist, sehen wir uns hoffentlich bei Tafelspitz, Germknödel und Kaiserschmarrn. Und fürchten uns jetzt schon vor den befreiten Gedanken…
    Alles Gute – Heike und Klaus

  3. Wa schreibt:

    the small one – mathe 3 :)))) – um einen Punkt den 2er verfehlt – soviel aus den Niederungen des Normalen!
    lg

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