Aufstieg durch den Abstieg

03.04.2011

Seit heute sind Lakbah, Ngima und ich ein Team. Lakbah, der Hochtraeger, geht mit seinen 35 Kilogramm auf der Stirn voran, ich stolpere hinterher und der Sherpa Ngima passt auf, dass ich mich nicht verlaufe.

Gluecklicher Weise verzichtet Lakbah darauf in gewohnter Sherpamanier, ungeachtet des Untergrundes und der Steilheit des Gelaendes, davonzustuermen um dann, ausser Sichtweite, wieder zu warten. Ganz im Gegenteil! Schon nach wenigen Stunden scheint er mit einem unsichtbaren Abstandssensor ausgestattet zu sein und nimmt auf all meine Beduerfnisse Ruecksicht.

Oder vielleicht ist er ein Grossmeister in der Interpretation der von mir produzierten Geraeusche: Verzweifeltes Schnaufen wenn es steil bergauf geht, erratisches Klappern mit den Wanderstoecken, wenn er allzu schnell ueber ein Geroellfeld nach unten hastet, oder aus tiefster Seele kommendes Aufatmen, wenn er endlich seine Last absetzt.

Jeder Schritt den wir drei tiefer kommen nimmt eine Last von meiner Brust. Jetzt, nach einigen Tagen der Eingewoehnung, da mich nicht mehr jeder Meter ueber die Massen anstrengt und ein Anstieg nicht automatisch eine Bedrohung darstellt, kann ich das Gehen ploetzlich geniessen.

Der Kopf wird nach Jahren im Hamsterrad zwischen Job und Familie frei – endlich ist Platz fuer neue Gedanken.

Fuerchtet euch! Mir bleiben noch mehr als zwei Monate um mir alles moegliche durch den Kopf gehen zu lassen!

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